Macht Business Design in datengetriebenen Unternehmen Sinn?

Macht Business Design in datengetriebenen Unternehmen Sinn?

Die Nutzung und Weiterverarbeitung von Daten sind für Unternehmen, insbesondere für solche mit Endkundengeschäft, nichts Neues. Immer wenn Kunden eine Vertragsbeziehung mit einem Unternehmen eingehen, etwa bei Versicherungen, Banken, Telekommunikationsunternehmen oder Autohändlern, werden Daten übertragen. Diese Daten wurden schon immer von Unternehmen gespeichert und im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben für Kontaktpflege und Kundenbetreuung genutzt.

Neu ist jedoch, dass die fortschreitende Digitalisierung von Geschäftsprozessen die Datenmenge stark erhöht hat und Daten dadurch in fast allen Unternehmen, sowohl in klassischen stationären Unternehmen als auch in rein digitalen Geschäftsmodellen, zunehmend in den Mittelpunkt der Geschäftsmodellentwicklung rücken.

Auf dem Weg zum Wettbewerbsvorteil

In diesem Zusammenhang wird es für Unternehmen immer wichtiger und sogar zu einem echten Wettbewerbsvorteil, ein klares Verständnis davon zu entwickeln, was Daten im spezifischen Kontext des jeweiligen Unternehmens und der Branche bedeuten und wie datenbasierte Geschäftsmodelle und Services die Bedürfnisse der Zielgruppe bzw. der Endkunden adressieren können.

Damit entstehen gleichzeitig neue Herausforderungen für Anbieter und Dienstleister. Ein Umdenken ist notwendig, da klassische und etablierte Werkzeuge zur Kundenansprache, etwa im Vertrieb oder Account Management, nicht mehr ausreichen, um die besonderen und zunehmend komplexen Kundenbedürfnisse zu erfüllen.

Ist Business Design die Antwort?

Aus dieser Entwicklung ist in den letzten Jahren ein neues Berufsbild entstanden: Business Design. Business Designer kombinieren Kompetenzen aus Strategie, Innovation, Design und Kommunikation. Sie verbinden bewusst beide Welten, indem sie unternehmerische und ökonomische Perspektiven bei der Entwicklung neuer Produkte und Geschäftsmodelle sinnvoll mit den Bedürfnissen des Marktes sowie potenzieller Nutzer und Endkunden verknüpfen.

Dabei zeigen sich interessante Marktbewegungen: Der Wettbewerb zwischen klassischen Beratungs- und Strategiefirmen auf der einen Seite und etablierten Designagenturen auf der anderen Seite nimmt zu. Designagenturen müssen zunehmend strategischer und stärker aus der Endkundensicht heraus arbeiten, während klassische Beratungen sich stärker in Richtung Visualisierung und Designkompetenzen entwickeln, sowohl intern als auch in ihren Projekten und in der Kundenarbeit.

Hin zu einem grundlegenden Wandel datenbasierter Geschäftsmodelle

Überall dort, wo in großen Organisationen Datenpools und Datenquellen identifiziert werden oder Datenqualität Teil der Projektziele ist und daraus geeignete Strategien oder sogar Produkte entwickelt werden sollen, können Business Designer in hochtechnologischen Umfeldern arbeiten. Sie agieren dabei in enger Zusammenarbeit mit IT- und Data-Spezialisten, deren Hauptaufgabe nicht zwingend darin liegt, die Sprache des Kunden zu sprechen oder diese in geeignete Konzepte zu übersetzen.

Hier übernimmt der Business Designer eine wichtige Übersetzungs- und Vermittlungsfunktion, indem er in allen Phasen der Produkt- oder Projektentwicklung integraler Bestandteil des Teams ist und kontinuierlich sowohl unternehmensbezogene als auch kundenzentrierte Prozesse begleitet.

Business Value durch Business Design schaffen

Business Designer können in der Produktentwicklung den entscheidenden Unterschied machen, indem sie nicht nur neue Geschäftsmodelle bewerten und gestalten, sondern konsequent aus der Perspektive der Endkunden argumentieren. Sie können treibende Kräfte sein, wenn es um den Markteintritt, die Nachhaltigkeit und den Erfolg eines Produkts geht. In einer Zeit von Agilität und Disruption kann Business Design der stärkste Partner der IT sein. Eine starke Business-Design-Einheit in Kombination mit einer flexiblen IT-Abteilung, die nicht nur als reines Cost Center verstanden wird, kann skalierbare Geschäftsmodelle ermöglichen und damit zur Entstehung von neuem Business Value führen.

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